Es war ziemlich genau vor einem Jahr, in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2025. Ich konnte nicht einschlafen und irgendwann machte ich Licht, schnappte mir Papier und Bleistift und es entstand eine Liste mit Dingen, die ich noch ausprobieren, erleben, machen will. Als alles auf dem Papier vor dem Vergessen gerettet war, schlief ich endlich ein und am nächsten Tag bastelte ich ein grosses Plakat mit Bildern von all den Dingen und hängte es in meinem Schlafzimmer auf. Übers Eck, weil es so gross war und sonst nirgends Platz gehabt hätte.
Im Dezember 2025 war in meinem Kopf plötzlich die Überschrift für das Jahr 2025, ohne dass ich sie gesucht oder drüber nachgedacht hätte: Mutausbrüche!
Diese Mutausbrüche haben auch mit meinem Plakat zu tun und damit beginnt mein Jahresrückblick:
Mutausbruch 1: Zielen und treffen
Schon lange wollte ich einmal das Bogenschiessen ausprobieren, ein bisschen Technik lernen und vor allem dieses Gefühl erleben, konzentriert zu zielen und (hoffentlich) das Ziel zu treffen. Internet sei Dank fand ich einen Wochenendkurs in Zürich, für Anfänger, zum Reinschnuppern. Kurzerhand meldete ich mich an. Und es war ein gutes Wochenende, es hat Spass gemacht und ab und zu habe ich sogar getroffen. Die Herausforderung ist dabei, immer beim nächsten Schuss zu sein, ohne an den letzten zu denken, ob er auf der Scheibe landete oder irgendwo daneben. Es war eine wertvolle Erfahrung.



Mutausbruch 2: Fliegen wie ein Vogel
Schon x-mal hatte ich Gleitschirmpiloten auf der Ebenalp beim Fliegen zugeschaut und fasziniert verfolgt, wie sie hoch in die Luft aufstiegen. Dabei hatte ich unzählige Fotos, sogar eine ganze Bilderschau gemacht. Irgendwann im Gespräch mit meinen Göttibueb war dann die Idee da: Wir machen beide einen Passagierflug, am liebsten gemeinsam. Wir brauchten ziemlich Geduld, bis das Wetter mitspielte (und unsere Termine), doch am 11. August passte alles. So trafen wir in Wasserauen bei der Flugschule Appenzell unsere Piloten und fuhren mit der Luftseilbahn auf die Ebenalp, unseren Startplatz. Ich war schon mal happy, denn ich hatte mir gewünscht, von dort zu fliegen. Eigentlich brauchte es nicht mal soo viel Mut, ein paar Schritte schnell laufen und schon trägt der Schirm. Ich hatte Glück, wir hatten tollen Aufwind und ich war mit meinem Piloten über 40 Minuten in der Luft. Es war einfach wunderschön und ein einmaliges Erlebnis.


Mutausbruch 3: Glücksmomente einfangen
Das stand nicht auf meinem Plakat, aber war auch etwas, was ich mir schon lange gewünscht hatte. Schon seit einiger Zeit bekomme ich den Newsletter von Barbara Pachl-Eberhart und bin immer wieder fasziniert, wie sie es schafft, Bilder, Emotionen und Stimmungen in Worte zu fassen. Als nun im Sommer ein Schreibwochenende mit dem Titel Sonnenseiten, Glücksmomente und Honigtropfen auf Papier bei mir in der Nähe angeboten wurde, zögerte ich nicht und meldete mich an. In einer kleinen Gruppe Frauen wurden wir sorgsam angeleitet, Worte zu Sätzen werden zu lassen und Geschichten aufs Papier zu bringen. Die Glücksmomente hielten wir nicht nur auf Papier sondern auch mit Wollfäden als Armband fest. Es war ein wirklich glückliches Wochenende.


Mutausbruch 4: Der Grösste
In der gleichen Nacht, in der mein «Das will ich noch erleben»-Plakat entstand (naja, geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht viel), googelte ich aus einem Impuls heraus Reisen in die Himalayaregion. Und fand eine tolle Reise nach Nepal, ohne Trekking, aber mit viel Erlebnis. Einiges hin und her überlegen gabs schon noch, doch als ich dann anrief, geriet ich an einen guten Verkäufer, der mir gleich einen Flug ab Zürich heraussuchte und eine Option buchte. Drei Tage später buchte ich die Reise nach Nepal definitiv. Und was soll ich sagen, es war grossartig und ich könnte jetzt dazu sehr viel schreiben. Ich fühlte mich in diesem Land sofort wohl, in all den Mustern und Farben und obwohl in der Hauptstadt Kathmandu ein unglaublicher Verkehr und Lärm, Durcheinander und auch teilweise Dreck ist.
Mit der anderen Frau aus der Gruppe verstand ich mich gut (Sind zwei Personen eigentlich schon eine Gruppe?) und wir hatten einen sehr netten Reiseleiter, der uns Interessantes von Menschen und Göttern erzählte. Mich beeindruckte das Nebeneinander und Miteinander von Hinduismus und Buddhismus und all die Tempelanlagen. Es war ein Eintauchen in eine andere Welt.


Nepal ist unglaublich vielfältig. Einmal die Berge des Himalayas, die ich fast während der ganzen Reise sah und auf einem Rundflug sehr eindrücklich erlebte. Wir haben in der Schweiz ja auch Berge, doch der Himalaya hat einfach anders auf mich gewirkt, so ganz kann ich es nicht in Worte fassen, die Berge sind natürlich viel höher, doch es ist nicht nur das. Irgendwie wirken sie ruhiger, mächtiger.



Dann auch die Nashörner, Krokodile und Tigerspuren, denen wir im Süden im Chitwan-Nationalpark begegneten. Und und und. Genial war, dass das wir sehr viel sahen und erlebten, gleichzeitig aber das Reiseprogramm nicht überladen war, so dass ich jeden Abend Zeit zum Zeichnen hatte und ein ganzes Skizzenbuch füllte. Das ist neben den (auch vielen tollen) Fotos eine wundervolle Erinnerung an die Reise.




Auf irgendeine Weise wirkt Nepal immer noch nach.
Drei Dinge auf meinem Plakat tragen nun schon ein rotes Herz, was bedeutet: Yess, das habe ich gemacht!
Was ich 2025 zum ersten Mal gemacht habe
Ja, da gibt es noch mehr. Zum Beispiel für meine Ferienplanung KI gefragt. Tschättschipiti hat mir unter anderem den Molvenosee im Trentino vorgeschlagen, wo ich dann auch eine gemütliche Woche mit Wandern, wundervollem Essen und Malen verbrachte. Diesen wunderschönen, in der Schweiz nicht wirklich bekannten See hätte ich ohne KI nicht gefunden.





Ja, es gibt neben meinem geliebten Alpstein auch andere tolle Berge. Meine Geburtstagstour führte mich auf die vielleicht schönste Wanderung der Schweiz (So die Werbung) vom Klingenstock zum Fronalpstock in der Innerschweiz.


Meinen grossen Christbaum besorgte ich mir dieses Jahr selber, ich bin mindestens eine Stunde durch die Plantage gestreift auf der Suche nach dem perfekten Baum. Es ist dann eine etwas seltsam gewachsene Coloradotanne geworden, die trotzdem oder vielleicht sogar deswegen ein wunderschöner Christbaum war.

Der rote Faden
Fotografieren und Malen hat sich durch das ganze Jahr gezogen, das ist das, wo ich abschalten kann, ab und zu sogar den berühmten Flow erlebe und meine Umgebung und die Zeit vergesse.
Im Frühling war ich auf einer Malreise im Piemont, auch das war ein wundervolles Erlebnis. So eine Reise mit Fokus zeichnen und malen ist eine entschleunigte Art des Reisens, die mir sehr gut gefällt: Pro Tag ein Dorf erkunden und gemütlich auf dem Campingstuhl sitzen und das Skizzenbuch füllen, ab und zu den Standort wechseln für eine neue Perspektive, Mittags ein reichhaltiges Picknick und am Nachmittag Cafè oder gelati in einer Bar. Die Reise hat mir richtig gutgetan, ich habe neue Menschen kennen gelernt und es ist ein ganzes Leporello mit Bildern entstanden, die mir wirklich gefallen.




Natürlich stand auch ab und zu der Alpstein auf dem Programm, ein Jahr ohne Seealpsee und Staubern geht gar nicht.






Im November standen Ausstellungen auf dem Programm: Unser Fotoclub stellte in Buchs zum Thema Mein Werdenberg und Sarganserland. Was ich nicht erwartet habe: eines meiner Bilder hat einem Besucher so gefallen, dass er es gekauft hat.


Zum ersten Mal habe ich bei der Ausstellung von RailArt zum Thema Elemente mit zwei Bildern teilgenommen. Dass ich dann gleich für ein Bild eine Auszeichnung bekommen habe, hat mich sehr überrascht und gefreut.


Dass ich Ende des Jahres den Club Art&Weise verlassen habe, war irgendwie auch mutig, ich werde die Menschen und die Treffen sicher vermissen. Ich war über drei Jahre im Club dabei und habe immer fleissig mitgemacht, mich mit den Themen auseinandergesetzt und inspirieren lassen. Ich habe von Marina Buening und den anderen Frauen im Club unheimlich viel gelernt. Und doch ist es jetzt Zeit, etwas anderes zu machen, Zeit und Raum für etwas Neues zu schaffen. Ich weiss noch nicht was, aber etwas wird sich sicher ergeben.
Vielleicht war es auch mutig, im Internet nach Malen in den Rauhnächten zu suchen und Geld nach Bulgarien zu überweisen, um mitzumachen. Es hat sich sehr gelohnt, in diesen zwölf Tagen sind intuitive Aquarellbilder für jeden Monat des Jahres entstanden, die mich jetzt das ganze Jahr begleiten werden.
Was nicht so toll gelaufen ist
Hmmm, da muss ich ziemlich nachdenken, es war nichts Dramatisches oder Schlimmes dabei. Ein Schnupfen, ein verpasster Zuganschluss und eine eingegangene Zimmerpflanze sind ja nicht der Rede wert.

Mein 2025 in Zahlen
Nur 1 Tasse gekauft (mein Tassenregal platzt schon aus allen Nähten), dafür zu Weihnachten zwei geschenkt bekommen (und ich freu mich über jede).
1 neue Christbaumkugel gekauft (und 3 geschenkt bekommen – hast du gewusst, dass es solche aus Holz gibt? Ich bisher auch nicht).
Mittlerweile trage ich 5 Armbänder aus verschiedenen Steinen und aus verschiedenen Ländern als tägliche Begleiter und schöne Erinnerungen.
9 Museen besucht (wenn du mir das vor 5 Jahren gesagt hättest…)




18 wundervolle, besondere Aquarellfarbennäpfchen gekauft.
184 Skizzen und Bilder gezeichnet und gemalt, ich staune grad selber.














2280 Minuten trainiert, da bin ich schon ein wenig stolz auf mich, dass ich das schon seit einigen Jahren durchziehe.
Viiiele Treppenstufen hoch und runter gelaufen, ich geh meistens zu Fuss zu meiner Wohnung in den 3. Stock, ausser ich habe etwas Schweres zu tragen.

Ich bin dankbar für dieses Jahr und alle Menschen, denen ich begegnet bin und die ein kleineres oder grösseres Stück mit mir zusammen gegangen sind. Ohne euch wäre es nur halb so schön gewesen ♥️.
Ausblick
Es geht weiter mit Fokus Lebensenergie, ich werde sicher wieder Workshops mit neurographischem Zeichnen anbieten und habe eine neue Idee dazu, lass dich überraschen. Sicher ist bereits, dass es sowohl online als auch live Workshops geben wird.
Reisen steht auch auf der Agenda, sicher mal irgendwie kombiniert mit zeichnen oder malen.
Zu meinem runden Geburtstag dieses Jahr möchte ich gerne eine Ausstellung meiner Bilder machen, obwohl mir das doch schon ein wenig Bauchgrummeln verursacht. Das braucht dann auch wieder ein wenig Mut.
Und nicht zu vergessen mein Plakat – da gibt es noch ein paar offene Dinge. Als nächstes fliege ich Ende Februar nach Island, um hoffentlich Nordlichter zu sehen.
Und dann soll auch Platz sein für spontane Ideen, Ausflüge, Abenteuer und Begegnungen.
Einen Titel kann ich dem neuen Jahr noch nicht geben, der entsteht bei mir häufig später, im Laufe des Jahres oder sogar erst beim Schreiben des Rückblicks.
